Test MAGIX Web Designer 8 MX Premium

Nach wie vor ist das Erstellen einer Homepage für den Laien alles andere als eine einfache Angelegenheit: De facto sind umfangreiche Kenntnisse in HTML, CSS und JavaScript notwendig. Hinzu kommt eine gewisse Begeisterungsfähigkeit für abstraktes Denken, da der Großteil des Codens immer noch in nicht-grafischen Editoren stattfindet. Selbstverständlich verfügt nicht jeder über die Zeit, die Lust und das Potenzial, sich mit der Materie Webdesign grundlegend auseinanderzusetzen.

Abhilfe versprechen Webeditoren, die eine grafische Benutzeroberfläche anbieten. Sie ermöglichen die Erstellung von Webseiten ohne “Programmierkenntnisse”, ähnlich wie in einem Bildbearbeitungsprogramm. Der Anwender kann sich ganz auf das Gestalten konzentrieren, die “Programmierarbeit” erfolgt unter Haube im Hintergrund.

Ob dieses Versprechen tatsächlich auch in der Praxis funktioniert, werde ich mit einem der bekanntesten Vertreter dieser Gattung nachprüfen: Dem MAGIX Web Designer MX Premium (Version 8). Dieses Programm tritt mit der Prämisse an, eine Komplettlösung bei der Homepageerstellung anzubieten.

Bedürfnisse

Wer sich für einen grafischen Webeditor entscheidet, hat eine grundsätzlich andere Erwartungshaltung als ein klassischer Programmierer. Das ist auch nichts verwerfliches und durchaus mit der Auswahl beim Betriebssystem vergleichbar: Während ein Linux Anwender vor allem sein Betriebssystem verstehen und manuell anpassen möchte, wollen die meisten Windows oder Apple-User mit der Technik des Betriebssystems möglichst wenig belästigt werden. Ihnen kommt es mehr auf das Ergebnis an, der Weg zum Ergebnis soll hingegen möglichst unkompliziert sein. Überträgt man die Ansprüche auf die Homepagegestaltung, muss eine entsprechende Software folgende Punkte leisten:

  • Intuitive Bedienung
  • Keine Programmierkenntnisse
  • Echtes WYSIWYG (What you see is what you get)
  • Anpassbare Vorlagen (Templates)
  • Beliebiges Anordnen der Inhalte (Texte, Bilder, Videos)
  • Integrierte Optimierung von Fotos
  • Grafikwerkzeuge (etwa zum Erstellen von Pfeilen oder Buttons)
  • Webseiten-Verwaltung bei vielen Unterseiten
  • FTP-Anbindung zum Upload

Der Praxistest

Eine Software wie der MAGIX Web Designer macht nur Sinn, wenn sie keine nennenswerte Einarbeitungszeit erfordert. Und tatsächlich ist das Design der grafische Benutzeroberfläche erstaunlich aufgeräumt und praktisch selbst erklärend. Auf der rechten Seite fungieren zwei Fenster als wesentliche Schaltzentrale: Hier finden sich die Templates in verkleinerter Form und darunter die zum jeweiligen Projekt gehörende Galerie. Auf der linken Seite befindet sich eine Werkzeugleiste mit bekannten Symbolen, die etwa dem Einbinden von Text, Fotos oder grafischen Elementen dienen. Ferner ist im unteren Bereich eine Farbpalette eingeblendet, die auf schnellem Wege eine Manipulation sämtlicher Farbwerte ermöglicht.

Zwar lässt sich mit dem MAGIX Web Designer auch ein Webprojekt von Grund auf neu erstellen, die meisten Anwender werden sicherlich mit Vorlagen arbeiten, die übrigens lizenzfrei verwendet werden dürfen. Auch ich gehe diesen Weg und entscheide mich für das Template “Familie”.

Nun kann auch sofort die Individualisierung losgehen. Zunächst mache ich einige farbliche Anpassungen, indem ich das betreffende Objekt anklicke und unten den Farbwähler verwende. Ähnlich einfach ist der Austausch von Text. Auch hier einfach den gewünschten Text auswählen und schon ist eine Anpassung möglich, sowohl der Inhalt wie auch die Größe des Textblocks kann beliebeig manipuliert werden. Das vorgegebene Bild rechts oben löschen ich und füge statt dessen einen Textblock (Teaser) ein. Diesem Textblock gebe ich eine Schattierung und runde Ecken.

Nun möchte ich die Navigation grundsätzlich verändern, in dem ich sie von rechts oben nach links neben dem Textcontainer verschiebe. Die Anpassung erfolgt hierbei vollkommen automatisiert, lediglich der Textcontainer muss etwas verkleinert werden, damit es zu keinen Überlappungen kommt. Über den integrierten Assistenten füge ich schließlich noch kleinen Effekt hinzu, der beim Öffnen eines Untermenüs ausgelöst wird.

Schön ist ferner, dass die Bildbearbeitung direkt im Programm erledigt werden kann. Zuschnitt, Drehung oder sogar eine Panoramamontage sind direkt möglich. Auch an die Präsentation ist gedacht, so werden etwa Bildergalerien und Diashow angeboten. Auch die Erstellung grafischer Elemente wie etwa Pfeile, Icons oder beherrscht das Programm, wobei diese sich sogar in dreidimensionale Objekte umwandeln lassen.

Abschließend teste ich noch die Einbindung sogenannter Widgets. Hier steht etwa der heute fast obligatorische Gefällt-mir-Button der sozialen Netzwerke zur Auswahl. Ferner binde ich eine Anfahrtsskizze über Google Maps ein, eine Chat-Möglichkeit und einen Twitter-Stream. Auch das geht mit Hilfe der Design Galerie verblüffend einfach.

Das Testfazit

Inklusive der Installation des Programms habe ich nach knapp einer Stunde eine komplette Test-Homepage angepasst. Das Arbeiten mit den Vorlagen ist wirklich sehr intuitiv möglich und erfordert praktisch keine Einarbeitungszeit. Hinzu kommt, dass der Umfang der mitgelieferten (lizenzfreien) Vorlagen wirklich ordentlich ist. Auch die Vielzahl der Widgets ist beeindruckend und insgesamt sehr einfach gelöst. Durch diese Flexibilität gewinnt es auch den Vergleich mit sogenannten Homepage-Baukästen, die meist von Webhostern oder Providern angeboten werden. Dies gilt insbesondere, wenn man mit zahlreichen Unterseiten hantiert. Natürlich ist der vom Programm erzeugte Quellcode nicht mit Handgemachtem vergleichbar. Das ist aber, wie bereits zuvor dargelegt, eine Frage der individuellen Bedürfnisse. Wer vor allem ergebnisorientiert, also ohne Vorkenntnisse, in kürzester Zeit eine eigene Homepage realisieren will, der sollten den MAGIX Web Designer 8 unbedingt in die engere Wahl ziehen.