Magix Web Designer 7 Premium im Test

Das Erstellen von Webseiten erfordert normalerweise umfangreiche Fachkenntnisse und damit Einarbeitungszeit in die Materie. Magix Web Designer 7 Premium verspricht dem Käufer auch ohne spezifisches Vorwissen in nur drei Schritten (Gestalten / veröffentlichen / fertig) zu ansehnlichen Ergebnissen zu verhelfen. In dem nachfolgenden Bericht habe ich getestet, ob es die Software schafft, dieses Versprechen in der Praxis tatsächlich einzulösen.

Die Zielgruppe

Nicht jeder kann oder will sich umfangreiche Kenntnisse in den gängigen Webtechnologien wie etwa CSS oder HTML aneignen. Nun könnte man annehmen, dass diese Zielgruppe prädestiniert dafür ist, einen kommerziellen Webdesigner beziehungsweise eine Agentur zu beauftragen. Doch nicht immer wird dies der Fall sein. Oftmals ist kein Budget vorhanden oder man möchte selbst Herr des Projekts bleiben. In diesem Fall bieten sich standardisierte Lösungen an, das heißt, entweder Baukästensysteme oder so genannte “What You See Is What You Get” Editoren, bei denen man objektorientiert direkt im Layout arbeiten kann.

Nutzer, die sich für solche Lösungen entscheiden, werden vor allem ergebnisorientiert agieren. Das heißt, sie wären vor allem Vorlagen auswählen und diese an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass der Rahmen der Gestaltungsmöglichkeiten von der Software vorgegen wird. Was sich für erfahrene Coder selbstverständlich wie ein nicht akzeptables Korsett anhört, dürfte die Zielgruppe allerdings wenig stören. Deshalb ist es wichtig, dass eine solche Software möglichst umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten bietet. Der Quellcode und dessen Qualität, also das, was “hinten herauskommt”, wird sie hingegen kaum interessieren. Sie dürften sich vor allem damit zufriedengeben, dass das Rendering im Browser genauso aussieht wie im Editor.

Mein Ausgangspunkt

Ich als erfahrener Webdesigner habe schon Ewigkeiten keinen Editor dieser Art mehr benutzt. Insofern bin auch ich gespannt, was die aktuelle Generation dieses Genres zu leisten vermag.

Der Praxistest

Der durchschnittliche Nutzer von Magix Web Designer 7 Premium dürfte also vor allem auf die mitgelieferten Themes zurückgreifen, und diese anpassen. Das funktioniert erstaunlich einfach. Über das Menü “Datei” muss lediglich der Punkt “Neu aus der Design-Galierie” ausgewählt werden. Auf der rechten Seite öffnet sich nun eine Galerie mit verschiedenen Elementen wie Navigationsleisten oder Textfelder. Unter dem Ordner “Themen” verbergen sich nun eine Reihe von Vorlagen, die bereits thematisch vorsortiert sind. Beispielsweise gibt es Vorlagen für soziale Netzwerke oder Oberbegriffe wie Börse und Musik. In dem jeweiligen Unterordner werden nun die einzelnen Seiten des Projekts angezeigt. Sinnvollerweise bearbeitet man die kompletten Website indem diese mit der rechten Maustaste angeklickt und nun den Punkt “Öffnen” wählt. Nun öffnet sich das ausgewählte Layout und man kann mit der Anpassung beginnen.

Die Systematik der Programmoberfläche ist praktisch selbsterklärend, da sie sehr aufgeräumt ist. Auf der rechten Seite sind permanent zwei kleine Fenster aktiv: zum einen weiterhin die Galerie in verkleinerter Form und zum anderen eine Navigation zu den zum Projekt gehörenden Unterseiten. Links gibt es eine Werkzeugleiste, mit der sich beispielsweise Text bearbeiten lässt oder Grafiken manipulieren lassen. Im unteren Teil ist automatisch eine Farbpalette eingeblendet.

Nun kann man auch schon mit der Individualisierung beginnen. Alle Objekte lassen sich beliebig verschieben, wobei dynamisch erscheinende Rasterlinien (Snap-Linien) bei der Ausrichtung in Reih und Glied helfen.

Testweise lösche ich die vorgegebene Navigationsleiste. Ein Assistent hilft mir nun, eine neue Navigationsleiste zu erstellen. Die angebotenen Optionen mit Untermenüs und grafischen Effekten sind mehr als ausreichend für die Praxis.

Zur Bildbearbeitung ist kein Wechsel in ein externes Programm notwendig. Sowohl der Zuschnitt, die Anpassung oder auch die Skalierung können vor Ort getätigt werden. Hat man das Bild fertiggestellt, bis beispielsweise direkt in ein Textobjekt hineinziehen. Dabei ist sogar möglich, das Bild vom Text zum fließen zu lassen. Erwähnenswert ist ferner, dass es zusätzlich einen 3D Editor gibt.

Die Einbindung von interaktiven Elementen ist natürlich auch ein häufig gewünschtes Feature. Fotogalerien, Videos oder Audioelemente lassen sich mit wenigen Klicks einfügen. Auch das Einbinden einer Anfahrtsskizze via Google Maps ließ sich mit wenigen Klicks erledigen.

Abschließend teste ich noch einige Funktionen zur Monetarisierung der eigenen Homepage. Code-Schnipsel wie etwa für Monetarisierung für Google Adsense lassen sich ohne Probleme einbinden. Auf einer neuen Unterseite erstelle ich mir eine Shopgalerie mit zwei Produkten. Über die Vorlage “PayPal Warenkorb” ziehe ich mir den PayPal-Einkaufsbutton unter den Artikel. Ein Assistent lost mich nun direkt zu der Homepage von PayPal, ohne dass ich das Programm verlassen muss. Nach der Eingabe der produktspezifischen Informationen wird mir am Ende der HTML-Code angezeigt, den ich mit einem Klick auf “Einfügen” direkt übernehmen kann.

Fazit

Der Magix Web Designer 7 Premium überrascht mit einer Vielzahl von Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten und glänzt dennoch mit seiner intuitiven Bedienung. Der Funktionsumfang sollte für Einsteiger aber auch kleinere Firmen mehr als ausreichend sein. Es ist erstaunlich, wie schnell man zu wirklich ansprechenden und praktikablen Ergebnissen kommt. Die zu Beginn umrissene Zielgruppe, die primär objektorientierter Anpassungen vornehmen möchte, und der die Qualität des Quellcodes egal ist, ist das Programm wärmstens zu empfehlen. Insbesondere den direkten Vergleich mit Homepage-Baukästen gewinnt dieses Programm um Längen. Der von Magix vorgegebene Preis von knapp 100 € ist für den gebotenen Funktionsumfang mehr als angemessen. Wer also schnell und einfach seine eigene Homepage realisieren möchte, ohne sich mit der dahinter stehenden Technik beschäftigen zu müssen, der sollte sich den Magix Web Designer 7 Premium unbedingt einmal ansehen!