Das eigene Webdesign mit anderen diskutieren

Beim Erstellen oder Verändern des Webdesigns gelangt man immer wieder an einen Punkt, an dem externe Personen die Designvorlage bewerten sollen bzw. ein Diskurs erwünscht ist. Meist betrifft dies kommerzielle Webworker, die sämtliche Schritte stets mit ihrem Auftraggeber abstimmen müssen. Auch bei größeren Projekten mit mehreren Entwicklern besteht die Schwierigkeit, Feedback und Ideen von anderen Teammitgliedern zu bekommen. Schließlich sind auch Hobby-Webdesigner regelmäßig an der Einschätzung Anderer zum eigenen Internetauftritt interessiert.

Realisieren lässt sich ein hierfür notwendiges virtuelles Teammeeting am einfachsten mit für diesen Zweck spezialisierten Online-Tools. Sie erfassen die Seite als Screenshot, erlauben Kommentierungen und das gemeinsame Bearbeiten der Dokumente. Vier ausgereifte Tools dieser Kategorie möchte ich Ihnen nachfolgend vorstellen.

Notable

Eine einfache Möglichkeit das eigene Webdesign bewerten und kommentieren zu lassen bietet der Onlinedienst Notable. Zunächst muss man sich bei dem Dienst registrieren. Leider ist der Dienst grundsätzlich kostenpflichtig, allerdings kann man alle angebotenen Tarife 30 Tage kostenlos testen. Nach dem Login muss zunächst das gewünschte Webdesign erfasst werden. Hierzu kann man entweder eine existierende URL automatisch erfassen lassen oder einen Screenshot hochladen, für letztere Variante steht sogar ein eigenes Firefox-Plugin zur Verfügung. Nun kann man mit Hilfe von Notizzetteln (“Add Note”) beliebig viele Bereiche der Designvorlage kennzeichnen und mit Anmerkungen versehen. Entscheidet man sich für die Erfassung einer URL, wird als absolute Besonderheit auch der HTML- und CSS-Code erfasst und kann mit Kommentaren versehen werden. Als Themenstarter (Admin) kann man so die Aufmerksamkeit gleich auf bestimmte Probleme oder Besonderheiten lenken. Um externen Personen eine Kommentierung zu ermöglichen, muss man sie zunächst einladen. An die Kommentare können Screenshots – beispielsweise mit kurzen Designskizzen – angehangen werden.

Bounce

Vom Funktionsumfang rudimentärer ist der kleine Notable-Schwesterdienst Bounce, der besonders deswegen interessant ist, weil er keine Anmeldung erfordert und kostenlos ist. Auch hier wird zunächst automatisiert ein Screenshot erzeugt. Auf dem Screenshot lassen sich nun Kästen erstellen und diese mit Kommentaren füllen. Der Screenshot ist über einen permanenten Link erreichbar, kann aber auch via Facebook oder Twitter verteilt werden. Nachfolgende Nutzer können bestehende Kommentare nicht mehr verändern, sondern lediglich neue hinzufügen.

MarkUp.io

Einen ähnliches Ziel wie Bounce verfolgt auch MarkUp.io. Die Besonderheit bei diesem Dienst ist, dass die Funktionalität mittels eines lokal abgelegten Bookmarklets initiiert wird. Klickt man auf das Bookmarklet, öffnet sich rechts oben eine Palette. Zur Verfügung stehen Textboxen sowie Linien, Kreise, Rechtecke und Pfeile. Die getätigten Anmerkungen können über eine von dem Dienst zur Verfügung gestellte URL gesichert und mit anderen Personen geteilt werden. Der große Nachteil bei dieser Lösung: Leider ist es nicht möglich, Änderungen im Nachhinein zu bearbeiten zu löschen.

CSS Pivot

Nicht immer ist es sinnvoll, Anregungen ausschließlich mithilfe von Kommentaren zu beschreiben. Statt viele Worte zu verlieren, ist es häufig sehr viel plastischer, konkrete Verbesserungsvorschläge direkt im CSS-Code zu verdeutlichen. Solche direkten Manipulationen ermöglicht der Dienst CSS Pivot.

CSS Pivot blendet zusätzlich zur regulären Website ein Editor-Fenster ein, indem sich zusätzliche CSS-Deklarationen zur Seite hinzufügen lassen. Wichtig: Beim Hinzufügen von Regeln muss teilweise mit !important ausgezeichnet werden, um die Gewichtung der eigenen Deklarationen zu priorisieren (siehe Seite 125 bis 133 in meinem CSS-Buch). Im Editor können auch zusätzliche Anmerkungen eingefügt werden, allerdings ist auf die Syntax für CSS-Kommentare zu achten.

Klickt man nun auf den Preview-Button, werden die Änderungen auf die bestehende Website angewendet. Ein Klick auf “Save as new” speichert die gemachten Änderungen als permanenten Link ab, der nun mit Anderen geteilt werden kann. Alle Anpassungen lassen sich auch zu einem späteren Zeitpunkt über die obere Menüleiste (“view custom css”) nachvollziehen.

Über Jens Kilgenstein

Ich bin seit über zehn Jahren im Bereich Webdesign tätig und betreue seitdem kleine und große Kunden bei der Konzeption und Umsetzung von Webprojekten. → Zum Profil

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