Ziel eines Webdesigners sollte es sein, dass die von ihm erstellten Seiten immer korrekt dargestellt werden, unabhängig davon, welcher Browser und welches Betriebssystem vom Betrachter verwendet werden. Die einzige Möglichkeit, diesen Anspruch umzusetzen, bedeutet: testen, testen und noch mal testen. Im Buch hatte ich erläutert, welche Testumgebungen sinnvollerweise verwendet werden sollten. Bei kommerziellen Webprojekten ist es durchaus üblich, dass bis zu einem Drittel der veranschlagten Gesamtzeit auf das Testen entfällt.
Welche Browser und Betriebssysteme sollte ich überhaupt testen?
Zur Beantwortung dieser Frage sollten wir darüber nachdenken, mit welchem Browser/Browserversion und Betriebssystem voraussichtlich auf eine Website zugegriffen wird. Generelle Anhaltspunkte hierfür bieten Statistikdienste und Marktforscher, die ihre Ergebnisse im Web veröffentlichen. Hier eine Übersicht der meiner Meinung nach wichtigsten Dienste, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:
(Letzte Aktualisierung / Überprüfung der Dienste: 23.04.2010)
Welche Rückschlüsse kann ich aus den Statistiken der Web-Beobachter ziehen?
Möchte man lediglich die statistisch gesehen am häufigsten anzutreffenden User abtesten, erscheint der Aufwand noch überschaubar. Fraglich ist nun, ob auch ein Betrachter mit exotischen oder hoffnungslos veralteten Konstellationen wie beispielsweise Netscape 4.5 unter Win95 beim Testen berücksichtigt werden soll. Oder zumindest der Internet Explorer 6 unter Windows XP? Wo sollte man die Grenze ziehen? Bei kommerziellen Projekten wird diese Grenze stets vom Auftraggeber vorgegeben und ist vor allem vom zur Verfügung stehenden Budget abhängig, da umfangreiche Tests zeitaufwendig und dadurch kostenintensiv sind. Bei semiprofessionellen Projekten muss abgewogen werden, wie viel Zeitaufwand dem Designer exotische Konstellationen wert sind. Als minimales Pflichtprogramm erscheint es sinnvoll, zumindest die Browser Internet Explorer, Firefox, Opera und Safari in der aktuellen und der letzten Version unter Windows XP und Vista zu testen. Wünschenswert wäre es natürlich, diese Testkonstellation auch noch auf Mac OS und Linux auszuweiten. Exotischere Varianten mit unter einem Prozent Marktanteil sind schon als Kür zu bezeichnen. In jedem Fall sollte, nachdem die Website einige Zeit online ist, eine Auswertung der Besucherstatistik (Logfiles) erfolgen. Sollte sich herausstellen, dass eine ungetestete Browser- / Betriebssystemkonstellation recht häufig zugreift, sollte diese schleunigst getestet werden. Gleiches gilt, wenn neue Browser- / Betriebssystemversionen erscheinen.