Ist Firebug ein Performance-Killer?

Firebug ist die mit Abstand wichtigste Firefox-Erweiterung für jeden Webentwickler. Auch ich habe Firebug sowohl in meinem CSS-Buch als auch hier im Blog in unzähligen Varianten empfohlen. Mozilla hat nun eine Liste veröffentlicht, aus der hervorgeht, wie sich die beliebtesten Erweiterungen auf die Browser-Startzeit auswirken. Und siehe da: Firebug ist unter allen gängigen Betriebssystem der größte Bremsklotz!

Wo genau liegt das Problem?

Im Auslieferungszustand ist Firefox ein recht schlanker Browser, der sowohl bezogen auf die Startzeit wie auch bei der sonstigen Performance mit der flinken Konkurrenz durchaus vergleichbar ist. Werden jedoch eine oder mehrere Erweiterungen installiert, wird der Browser durch diese zusätzlichen Module häufig erheblich Träger. Mozilla wurmt es nun, dass manche User auf den langsamen Firefox schimpfen, die Performance-Probleme aber in Wahrheit durch das Hinzuladen schlecht programmierter oder schlichtweg zu vieler Add-ons resultieren.

Wie reagiert Mozilla?

Mozilla möchte nun durch Bündel von Maßnahmen erreichen, dass sowohl Anwender als auch Entwickler für die Problematik sensibilisiert werden. Neben dem eingangs erwähnten, plakativen Negativ-Ranking soll in Kürze eine Warnmeldung angezeigt werden, wenn eine Erweiterung die Startzeit von Firefox um mindestens 25 Prozent verlängert. Entwicklern soll mit Richtlinien und Tools unter die Arme gegriffen werden.

Was rät Mozilla?

Mozilla rät, alle Add-Ons zu deaktivieren, die negative Auswirkungen auf die Performance haben. Das Deaktivieren ist nicht bei mit dem Entfernen (=Deinstallation) zu verwechseln. Nach der Deaktivierung werden die Erweiterungen nicht mehr geladen und verbrauchen deshalb keine Ressourcen. Bei Bedarf müssen sie aber nicht extra neu installiert werden, sondern können mit wenigen Klicks im Erweierungs-Manager reaktiviert werden.

Ist die Deaktivierung auf jedem Rechner notwendig?

Definitiv nein! Nur bei merklichen Performance-Einbussen sollte man reagieren. Probleme scheint es vor allem unter Windows XP zu geben. Ich habe gerade einmal testweise auf drei Rechnern die neun größten Bremsklötze aus der Liste installiert. Besonderheit bei den Testrechnern ist, dass auf allen drei sowohl Windows XP als auch Windows 7 installiert ist. Merklich langsamer wurde es lediglich in zwei Konstellationen unter Windows XP.

Welche Tipps gibt es sonst noch?

Eine Option ist es, sich spezielles Profil anzulegen, das nur Erweiterungen für das Webdesign enthält. In einem weiterführenden Artikel habe ich bereits beschrieben, wie Sie den Profil-Manager aushebeln und sogar mehrere Firefox-Profile gleichzeitig starten können.

Eine ähnliche Möglichkeit besteht darin, sich eine portable Version zurechtzubasteln, die ausschließlich in allen Belangen des Webdesigns genutzt wird. Da die portable Version sowieso schon (zumindest gefühlt) recht langsam ist, dürfte diese Variante allerdings erst recht die Geduld strapazieren. Glücklich dürfte hiermit allenfalls derjenige werden, für den die Nutzung der betreffenden Add-Ons die Ausnahme und nicht die Regel darstellt.

Denkbar wäre weiterhin, Firefox nur noch dann zu benutzen, wenn es ums Webdesign geht. Für das normale Surfen nimmt man dann einen alternativen Browser, beispielsweise Google Chrome oder Opera. Der damit zwangsläufig verbundene Browserwechsel ist natürlich Geschmackssache – bei vielen Usern aber ohnehin Realität.

Über Jens Kilgenstein

Ich bin seit über zehn Jahren im Bereich Webdesign tätig und betreue seitdem kleine und große Kunden bei der Konzeption und Umsetzung von Webprojekten. → Zum Profil

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